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Was ist eigentlich Innovation?

Artikel von Unknown , Besuche: 462

Der Begriff Innovation wird heute, den Publikationen des Volkswirtes Joseph Schumpeter[i] folgend, als die Durchsetzung einer technischen oder organisatorischen Neuerung bezeichnet, d.h. eine Erfindung wird demnach erst durch die wirtschaftliche Umsetzung zur Innovation...

Für viele Unternehmer eine einleuchtende Beschreibung, aber in der Praxis doch oft untauglich um den Innovationsgrad des eigenen Produktes oder die Innovationsfähigkeit des eigenen Unternehmens zu beurteilen, da der Betrachtungszeitraum bis zur wirtschaftlichen Umsetzung und mögliche Unabwägbarkeiten dabei eine Rolle spielen. Die fehlende Präzision des Innovationsbegriffes wird durch die Notwendigkeit weiterer Beschreibungen, wie z.B. Produktinnovation, Prozessinnovation oder Marketinginnovation, deutlich. Eine oft sehr willkommene Unterscheidung – kann man doch den geplanten Verkauf eines im Prinzip alten Produktes durch eine neue Werbestrategie als Innovation verkaufen. Dabei unterschied schon Schumpeter zwischen schöpferischen Unternehmern, den Innovatoren, und den sogenannten Arbitrageunternehmern, die lediglich vorhandene Preisunterschiede zur Gewinnerzielung ausnutzen. Eigentlich leitet sich „Innovation“ ja auch vom lateinischen "innovare" ab und bedeutet wörtlich Erneuerung, Wiederbelebung oder gründliche Verjüngung - demnach also keine absolute Neuheit, sondern vielmehr das Resultat eines Prozesses zur Verbesserung einer existierenden Lösung. Wie lässt sich nun Innovation wirklich exakt als Meßgröße definieren? Hierzu bietet sich der von Genrich Altschuller[ii] geprägte Begriff der Idealität an. Die Idealität eines Systems oder Produktes ist das Verhältnis zwischen dem vom Kunden wahrgenommenen Nutzen und den gewünschten Funktionen eines Produktes zu dessen Kosten und unerwünschten Funktionen. Nach Altschuller ist die stetige Erhöhung der Idealität ein technisches Gesetz. Überführt man diese Betrachtung auf den Begriff Innovation, so definiert sich Innovation als die Steigerung der Idealität eines Produktes oder eines Systems über einen betrachteten Zeitraum. Damit werden auch Innovation und Evolution logisch miteinander verbunden: Innovationen kommen somit eigentlich von selbst – ob wir wollen oder nicht. 

[i] J. Schumpeter: Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung, 1963
[ii] G. Altschuller: Erfinden – Wege zur Lösung technischer Probleme, 1984

 

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