Das Wichtigste zum Schluss: Die Handlungsenergie
Stellen Sie sich folgende Szene vor: Sie sind Läufer und trainieren für einen Marathon. Sie stellen sich einen Trainingsplan zusammen für acht Wochen. Ernähren sich richtig, kein Alkohol, gehen zeitig zu Bett.
Die letzte Trainingswoche steigt das Adrenalin langsam an und der Magen kribbelt jedes Mal wenn sie an das Rennen am Sonntag denken. Es ist Samstagabend, acht Uhr, in Ihrem Inneren brodelt es vor Anspannung. Und dann: In den Nachrichten wird verkündet, dass das Rennen wegen außergewöhnlichen Umständen nicht stattfinden wird. Die ganze aufgebaute Energie von acht Wochen verpufft ins nichts!
Und genau so ist es wenn Sie am Ende Ihrer Rede stillschweigend abdanken und nach Hause gehen. Die ganze Arbeit umsonst gemacht! Bei sehr vielen Reden ist das Kanalisieren der Energie in eine Handlung der entscheidende Schlusspunkt einer Rede. Jetzt zeigt sich ob Sie überzeugt haben oder nicht und jetzt können Sie das Echo erzeugen.
Aber wie machen Sie das? Ganz einfach, Sie lassen die Menschen etwas tun. Sie lassen sie… ·
- Unterschreiben für eine weitere Aktion
- Abstimmen mit Handzeichen für Ihr Vorhaben
- Einen Moment innehalten und etwas oder jemanden innerlich Danke sagen
- Geld einsammeln für einen bestimmten Zweck
Am Ende ist es nicht einmal so bedeutend was sie die Menschen tun lassen. Der Zweck sind schlussendlich nur zwei Dinge:
- Die Redeenergie wird umgewandelt in etwas das den Menschen stark in Erinnerung bleibt und somit Ihre Rede in Erinnerung bleibt
- Die Menschen akzeptieren Sie als jemanden der sagt was zu tun ist damit etwas geändert wird.
Das schlimmste Beispiel an Kanalisierung der Handlungsenergie lieferte Joseph Goebbels am 18. Februar 1943 in Berlin im Reichssportpalast bei seiner berühmt berüchtigten Rede vom totalen Krieg. Die Rede wurde in ganz Deutschland im Rundfunk übertragen und Goebbels musste das deutsche Volk umstimmen, denn die Stimmung im Lande war nach den Verlusten in der Sowjetunion auf einen Tiefpunkt angelangt. Die zweistündige!
Rede des Propagandaministers war nach ethischen Gesichtspunkten purer Horror, doch nach rhetorischen Gesichtspunkten eine Meisterleistung. Am Ende der Rede band und „verpflichtete“ Goebbels die 15.000 Zuschauer mittels zehn Fragen immer mehr an sich und heizte die Stimmung spiralförmig hoch um dann am Ende ins Mikrofon zu schreien: „Nun Volk, steh auf, und Sturm brich los!“

